In diesem Video über das ePub-Format zeigt der Amerikaner Jeremey Kemp, wie das Textformat für eReader funktioniert. Mit der Veröffentlichung des kostenlosen Programms iBooks Author stellt Apple jetzt ein Werkzeug zur Verfügung, um Multimedia-Bücher in Eigenregie zu erstellen.
Mit diesen interaktiven Bücher für das iPad versucht Apple unter anderem den Schulbuchmarkt zu erobern. Problematisch sehe ich das Unterfangen in Hinsicht auf das immer noch sehr teure iPad. Kindle Fire und ähnliche Produkte sind für Institutionen und Eltern sicherlich lukrativer.
Sicherlich purzeln aber die Preise von Tablet-Computern in den nächsten Jahren noch zunehmend. Und vielleicht hat Apple dann nicht nur Premiumkunden mit »Cäsh in de Täsch« im Visier. Wie erfolgreich billige Tablets – z.B. das 35$-teure Aakash – in Indien sind, zeigen Nachrichten wie "2011 weltweit rund 73 Millionen Tablets ausgeliefert".
Die Stoßrichtung von Apple halte ich aber für sehr interessant. Ob die Inhalte im Gehirn durch multimediale Elemente bei Lernwilligen besser kleben bleiben, bleibt abzuwarten. Ein Vorteil von gutaufgemachten interaktiven Bücher ist jedoch die visuelle Aufmachung mit kleinen Ratespielen, Videos und Interaktionen. Durch den spielerischen Ansatz erreicht man vielleicht besser Lernziele, weil es nicht jedem liegt, lange Texte zu lesen. Auch bei Bildern ermöglicht das Format durch Hotspots, die Aufmerksamkeit auf bestimmte Lernelemente zu leiten. So vergrößert ein Fingertip vordefinierte Bereiche einer Abbildung/Foto. In einer Unterrichtsstunde könnte man so z.B. die Entdeckungsfreude von Schülern herausfordern.
Wer wissen will, wie man ein eigenes multimediales iBook herstellt, schaut sich einfach die obige Videoanleitung »Make & Sell iBook 2 for iPad with Author, Keynote, Dashcode, Sketchup and Collada« an.
Mac App Store – „iBooks Author“
Hi Mo,
ein wenig Ergänzung zu Deinem informativen Artikel:
Zum Glück hat Apple ja vor wenigen Tagen die unmöglichen Lizenz- und Veröffentlichungsbedingungen geändert, nachdem die Edu-PR-Kampagne nur zum Teil erfolgreich war (siehe u.a. http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-entfernt-Klausel-aus-iBooks-Lizenzvereinbarung-1428232.html) . Die Software ist ja wie von Apple gewohnt wirklich sehr benutzerfreundlich und erschließt (mal wieder) gänzlich neue Formate und Vertriebswege.
Was aber nach wie vor - typisch Apple - nervt, ist die Tatsache, das sie sich hier wieder Open-Source-Technologie (ePub-Standard) zunutze machen, die sie dann aber wieder mit proprietären Apple-Erweiterungen versehen, siehe http://www.golem.de/1201/89261.html - und dann kann die Software, die im Übrigen erst ab MacOS 10.7. funktioniert, nicht mal vernünftig damit umgehen und erlaubt erst recht keinen Export ins offene ePub-Format, siehe dazu http://daringfireball.net/2012/01/ibooks_author_file_format.
Hey Marco! Danke für Deinen Kommentar und die wertvollen Informationen.
Wie dreist Apple immer und immer wieder ist, finde ich auch heftig. Die "adaptieren" gerne offene Formate – siehe auch RSS/Podcast – und bohren es für sich selbst auf.
Die Software erinnert erstaunlich an die Präsentationssoftware Keynote. Das wird auch in dem obigen Video deutlich.
Noch einmal Danke für Deinen Kommentar!