Neben Carcassonne und Puerto Rico gehört Ticket to Ride zu den wenigen großartigen Brettspielen auf dem iPad. Gegen seine Konkurrenz hebt sich Ticket to Ride besonders durch seine gelungene Grafik ab und die Art und Weise wie man in das Spiel eingeführt wird.
Das Ziel von Ticket to Ride ist der Bau von Bahnlinien auf einem Plan mit vorgelegten Routen. Bevor man Routen baut, wählt man Destinationskarten. Um die Zielorte zu verbinden, benötigt man verschiedenfarbige Zugkarten, die man wahlweise von einem verdeckten Stapel zieht oder von offen ausliegenden Karten.
Neben strategischen Überlegungen spielt im Gegensatz zu Carcassonne und Puerto Rico der Zufall eine etwas größere Rolle. Da man nicht stumpf auf allen Strecken bauen kann, spielt korrektes Timing eine wichtige Rolle. Denn oft fehlen entweder die entsprechenden Karten für den Bau oder der Streckenabschnitt wurde bereits vom Gegner gebaut. Darum kribbelt es bei Ticket to Ride permanent ähnlich wie bei einer Pokerpartie. Letztendlich erlaubt das Spiel auch Sabotage, indem man dem Gegner Streckenabschnitte verbaut, indem man diese an sich reisst.
Ein Nachteil von neuen Brettspielen ist: Man muss erst einmal die Regeln lernen. Oft habe ich gemeinsam mit meinen Spielpartnern die Regel hier und da auch mal falsch verstanden. Das passiert bei einem Computer, der abrechnet natürlich nicht. Wie man ein Brettspiel lernt, übernimmt der Computer auch zunehmend.
Das Lesen in einer Spieleanleitung entfällt dankenswerterweise, weil die Regeln des Brettspiels mittels einer interaktiven Anleitung erklärt werden. Ticket to Ride löst das gleich auf zweierlei Weise: Mit einem schick animierten Video und einer interaktiven Anleitung, die einen schrittweise in das Spiel einführt.
Über In-App-Purchases kann man weitere Karten kaufen.
Wie die meisten anderen Brettspiele auch, eignet sich Ticket to Ride hervorragend für die Anbindung an das Game Center. Darüberhinaus bietet das Spiel auch noch die Anbindung an ein eigenes Netzwerk samt Spielräumen.
Man muss aber nicht online sein, um gemeinsam mit anderen zu spielen. Das Spiel zu mehreren ermöglicht auch der Pass-and-Play-Modus. In diesem reicht man nach dem eigenen Spielzug das iPad einfach weiter. Das funktioniert gut, ist aber auf die Dauer nervig. In einem solchen Falle legt man sich besser das Original Brettspiel zu. Denn das fördert die Kommunikation und man kann sich schon einmal im Vorhinein Gedanken bis zu, nächsten Zug machen.
Ticket to Ride gehört zu den schönsten und besten Umsetzungen eines Brettspiels für das iPad. Smart wurden die Originalgrafiken übernommen und zusätzlich animiert. Auch der Sprecher und die Musik verdichten die Atmosphäre. Ein empfehlenswertes Spiel.
iTunes-Link: iTunes-Link Ticket to Ride